Zelte aufbauen, neue Freundschaften schließen und gemeinsam Abenteuer erleben: Vom 1. bis 9. August 2026 war der DPSG-Stamm St. Laurentius aus Bad Rotenfels zu Gast am Zellhof bei Mattsee in Österreich.

Mit dabei waren 18 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 16 Jahren aus unseren drei Altersstufen: den Wölflingen, Jungpfadfindern und Pfadfindern.

Der Zellhof ist ein internationales Pfadfinderzentrum in der Nähe von Salzburg. Der große Zeltplatz liegt direkt am Grabensee inmitten eines Naturschutzgebietes. Jeden Sommer kommen dort Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus zahlreichen Ländern zusammen. Der Platz wird dadurch zu einer Art kleinem internationalen Pfadfindertreffen – und bot genau den richtigen Rahmen für unser Sommerlager.

Neun Tage lang wurde der Zeltplatz zu unserem Zuhause. Unser Lagerthema lautete „Olympische Spiele“. Dabei ging es natürlich um Bewegung und sportliche Herausforderungen, aber vor allem um Teamgeist, Fairness und Gemeinschaft.

Der Zellhof ist für mich einer der schönsten Orte für ein Sommerlager. Der alte Gutshof hat einen besonderen Charme, morgens blickt man auf den Grabensee und überall begegnet man Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus anderen Ländern. Diese Mischung aus Natur, Lagerleben und internationaler Gemeinschaft macht den Platz einzigartig.

Ankommen und gemeinsam durchstarten

Nach der Anreise bauten wir gemeinsam unsere Zelte auf und richteten den Lagerplatz ein. Schon hier waren Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung gefragt.

An den ersten Programmtagen starteten wir in unser olympisches Lagerthema. Eine Wasserolympiade sorgte für Abkühlung und jede Menge Spaß. Bei weiteren Spielen und Gruppenaufgaben konnten die Kinder und Jugendlichen ihre Geschicklichkeit und ihren Teamgeist unter Beweis stellen.

Stufentag in Salzburg und auf dem Wasser

Am Dienstag stand der Stufentag auf dem Programm. Die Wölflinge und Jungpfadfinder verbrachten den ganzen Tag in Salzburg. Dort erkundeten sie gemeinsam die Stadt und erlebten ein abwechslungsreiches Ausflugsprogramm.

Für die Pfadfinder ging es währenddessen zum Rafting. Auf dem Wasser waren Mut, Aufmerksamkeit und echte Teamarbeit gefragt. Die Gruppe musste zusammenarbeiten und sich aufeinander verlassen, um die Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

Fast 200 Menschen bei unserer internationalen Olympiade

Der absolute Höhepunkt folgte am Mittwochnachmittag: unsere selbst organisierte internationale Olympiade mit fast 200 Teilnehmenden!

Gemeinsam mit acht weiteren Gruppen stellten wir als DPSG-Stamm St. Laurentius eine große Olympiade auf die Beine. Die Kinder und Jugendlichen wurden in alters- und gruppengemischte Mannschaften eingeteilt. Jeder beteiligte Stamm bereitete ein bis zwei Stationen vor und kümmerte sich um deren Durchführung.

So spielten und arbeiteten Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Deutschland, England, Irland, Liechtenstein, Italien und Österreich Seite an Seite. Sprachliche Unterschiede waren schnell vergessen.

„Als plötzlich fast 200 Kinder und Jugendliche an unseren Stationen unterwegs waren, wurde uns erst richtig bewusst, wie groß die Olympiade geworden war. Besonders schön war, dass sofort neue gemischte Teams und Freundschaften entstanden sind“, lautete das Fazit aus der Lagerleitung.

Beim anschließenden „Tag der offenen Kochtöpfe“ besuchten sich die Gruppen gegenseitig, probierten verschiedene Speisen und kamen miteinander ins Gespräch. Den gemeinsamen Abschluss bildete ein Lagerfeuer. Unsere Lagerküche entschied sich dazu die klassischen Käsespätzle frisch anzubieten.

Mit dem Rucksack auf Hike

Am Donnerstag machten sich die Jungpfadfinder und Pfadfinder auf ihren Hike. Als Hike bezeichnet man bei den Pfadfindern eine mehrtägige Wanderung, bei der die Teilnehmenden mit ihrem Gepäck unterwegs sind und außerhalb des eigentlichen Lagerplatzes übernachten.

Dabei geht es um weit mehr als die zurückgelegte Strecke: Die Kinder und Jugendlichen müssen sich orientieren, ihren Tagesablauf gemeinsam organisieren, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen. Am Freitag kehrten beide Gruppen zum Zellhof zurück.

Während die älteren Stufen unterwegs waren, beschäftigten sich die Wölflinge mit ihrem Umweltabzeichen. Am Freitag ging es für sie außerdem zum Fußballgolf nach Obertrum. Dort konnten sie Bewegung, Koordination und jede Menge Spaß miteinander verbinden.

Neue Freundschaften über Ländergrenzen hinweg

Die Pfadfinder arbeiteten während des Lagers an ihrem Freundschaftsabzeichen. Durch die internationalen Aktivitäten entstanden Kontakte zu Gruppen aus England, Irland, Liechtenstein, Italien und Österreich.

„Manche Gespräche begannen mit Händen und Füßen und endeten mit gemeinsamen Spielen, Liedern und verabredeten Besuchen. Genau solche Begegnungen machen ein internationales Lager besonders“, fasste die Lagerleitung die Woche zusammen.

Ein Abschluss mit kleinen Hindernissen

Am Samstag bauten wir einen großen Teil des Lagers ab. Eine Erfrischung im See durfte danach natürlich nicht fehlen. Am Abend versammelten wir uns ein letztes Mal am Lagerfeuer und schlossen das Sommerlager gemeinsam ab.

Am Sonntag begann unsere Heimreise mit der Österreichischen Bundesbahn und der Deutschen Bahn. Mehrere Verspätungen und Zugausfälle machten die Rückfahrt komplizierter als geplant. Doch auch diese Herausforderung meisterten wir gemeinsam.

Am Ende kamen alle wohlbehalten in Bad Rotenfels an – müde, aber mit vielen Geschichten, neuen Freundschaften und unvergesslichen Erinnerungen im Gepäck.

Unser Sommerlager am Zellhof hat gezeigt, was Pfadfinden ausmacht: gemeinsam anpacken, Verantwortung übernehmen, offen auf andere Menschen zugehen und zusammen über sich hinauswachsen.